Ein Facebook-Fan kostet die @Sparkasse_de knapp 1500€

Social Media on Mai 1st, 2011 7 Comments

Grade eben lief auf Pro7 ein Spot der Sparkasse zur Kampagne “Giro sucht Hero”

Was sich an Mechanik genau hinter der Aktion verbirgt habe ich mir nicht angesehen. Offensichtlich ist, dass die Sparkasse pro Facebook Fan 1 Euro an die Blutspende Kampagne “Junge Helden e.V.” spendet.

Soweit so gut.

Ich bin ja ein neugieriger Mensch und lasse mich hin und wieder dazu hinreißen, ein bißchen vor mich hin zu statistizieren.

Also bin ich direkt nach dem Spot auf die Fanpage gesurft – da waren es noch 1411 Fans.

Beim nächsten Werbeblock – ca. halbe Stunde später – waren es 1613 Fans.

202 Fans von einem Werbeblock bis zum nächsten.

Meine Interpretation des Pro7 Mediarechners ergibt einen ungefähren Spotpreis von 300.000 Euro.
Die Angaben bei mediadaten-online decken sich damit in etwa:

Entspricht also Kosten von 300.000 / 202 = 1 485.15 Euro pro Fan.

Ich will ja nicht nörgeln, aber ist da nicht etwas aus dem Gleichgewicht, wenn dann nur 1 Euro pro Fan gespendet wird?

Auf jeden Fall ist es interessant, dass ein TV-Spot nur 200 Likes bringt. Es sind in weiteren 20 Minuten noch einmal 65 Fans hinzu gekommen, aber der Zustrom nimmt weiter ab.

Kennt jemand Studien darüber, wie TV-Werbung auf Social Media Beteiligung abstrahlt?

Wie hat sich die Wahrnehmung von Nachrichten durch Social Media verändert?

Social Media on Februar 21st, 2011 3 Comments

Durch diesen interessanten Artikel “Die Neudfeinition der Nachrichtenlandschaft” bei netzwertig.com, fiel mir eben auf, wie sich meine eigene Nachrichten-Rezeption verändert hat.

Beispiel Plagiatsvorwürfe zu Guttenberg

Diese “Nachricht” war mir so lange egal, bis jemand in meinem Facebook-Netzwerk eine interessante Diskussion gestartet hat, über die ich ein persönliches Interesse am Thema aufbauen konnte, mich informiert habe und dann an der Diskussion teilnehmen konnte.

Das fällt mir immer häufiger auf. Den isländischen Vulkanausbruch habe ich letztes Jahr wahrgenommen, weil die Teilnehmer der re:Publica darüber twitterten, dass sie wegen abgesagter Flüge nich nach Hause kamen.

Den Fluglotsenstreik in Spanien im Dezember 2010 bemerkte ich erst, als ich am GAT in München stehen blieb und nicht nach Valencia fliegen musste.

Für mich werden immer mehr Nachrichten erst relevant, wenn Sie mich persönlich und mein Leben und meine Arbeit betreffen. Daher habe ich auch die Aufstände in Ägypten nur am Rande verfolgt. Vor einigen Jahren hätte ich noch vorm TV mitgefiebert, Artikel geschrieben, Medien-Sammlungen zusammen gestellt usw.

Werde ich jetzt einfach nur älter, egozentrischer und ignoranter oder filtere ich meine Nachrichtenwahrnehmung nur effizient?

Wie sieht das bei Euch aus?

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Social Media Nonsens zur Länge eines Airbusses

Social Media on Februar 4th, 2011 No Comments

Ich weiß absolut wie schwer es ist, immer wieder neue Inhalte für Blog, Twitter und Facebook zu entwickeln, mit denen wir Fans, Follower und Leser interessieren und informieren können. Dass man da auch mal eher trivialere Fragen raushaut, ist völlig ok. Ich bin der erste, der sagt – NICHTS ist irrelevant. So lange es 1 Kunden interessiert, hat ein Thema Relevanz.

Was mich aber grade in dieser Konzentration etwas schockiert hat war die Massenverteilung auf den letzten beiden Einträgen auf der Lufthansa Facebook Page:

Oben “Wie lang ist eigentlich der A340-600 so?”. Ich habe die ÜBER 200 Kommentare überflogen und lustigerweise habe ich nicht einen gefunden, wo jemand nachfragt “Ihr wisst nicht wie lang Eure Flugzeuge sind?”. Gut geschenkt. Brot und Spiele. Also gefühlte 180 von 222 Kommentaren sagen 75,3m lang.
Ein paar Klugscheißer faseln was von “in der Luft wird ein Flugzeug aber länger” (ich habe gerade mal nachgefragt, der ehemalige A320 Pilot sagte nein, sein Ingenieurs-Kollege meinte “eine leichte Veränderung könnte Materialbedingt bestehen, aber eher kleiner als größer”). Und eben einige, die die Größe schätzen. Aber die Frage hatte nichtmal einen Grund geschweige denn Sinn. Nichts zu gewinnen. Keine tiefere Erkenntnis.

Schon erstaunlich. Hätte Alexander vom Facebook Team gepostet “Übrigens, der A340-600 ist 75,36 Meter lang, schönes Wochenende” wären vermutlich keine 400 Like und 222 Kommentare zusammen gekommen.

Soweit so gut. Spass muss sein. Und verständlicherweise lassen sich mit technischen Details zu so etwas faszinierendem wie einem Flugzeug Massen begeistern. Wäre ich einer der ersten Kommentatoren gewesen, hätte ich die Länge auch grade bei Wikipedia nachgekuckt :)

Was ich traurig finde ist, dass der Beitrag zu Lufthansas Umweltschutz Aktivitäten viel liebloser beschrieben war und mal grade ein Fünftel so viele Likes und nur ein Vierzigstel der Kommentare bekommen hat.

Kann mir das jemand mit psychologischem Sachverstand mal eben bitte erklären?

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War die Internetabschaltung in Ägypten ein Fehler? #fb

Social Media on Januar 30th, 2011 1 Comment

Moralisch und freiheitsrechtlich sowieso – darüber brauchen wir nicht diskutieren. Aber:

Hat auch die ägyptische Regierung einen schweren und dummen Fehler begangen?

Ich habe mir die letzten Tage die Frage gestellt: “Wenn man mir die Möglichkeit nimmt zu kommunizieren. Ich weder meine Freunde, noch den Rest der Welt erreichen kann, was würde ich denn tun?”

Im Normalfall? Klar, ich würde raus gehen. Freunde besuchen. In eine Bar oder auf irgendeinen Treffpunkt.

Wenn da draußen grade die Revolution tobt und ich weder in Radio oder TV noch im Web etwas davon mitbekommen kann? Meiner Meinung nach muss man kein Massenpsychologe sein um die Reaktion vorhersehen zu können. Alle diejenigen, die mit Worten – Blogpostings, Tweets und Fotos oder Videos im Web kommuniziert hätten sind natürlich so auch auf die Straße gegangen. Was sollten Sie auch anderes machen?

Was würdet Ihr machen?

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Die Sache mit dem toten Pferd reiten im Projektmanagement

Coaching, Projektmanagement on Juli 6th, 2010 3 Comments

Ich bin ja ein begeisteter Reiter. Irgendwo zwischen Freizeit- und Westernreiten und Horsemanship. Von daher kann ich auch sagen, dass ich mich ein klein wenig mit Pferden auskenne. Einiges davon habe ich auf meinem privaten Blog www.der-probefahrer.de notiert (ja richtig gelesen – probefahrer, nicht probereiter :) Autos sind das Kernthema des Blogs).

In den letzten Jahren habe ich auch einige Perönlichkeiten aus der Pferdeszene kennen gelernt: Reitlehrer, Horsemanship-Ausbilder, Wanderreiter die über 25.000km geritten sind und Coaches für Führungskräfte, die mit dem Pferd als Co-Trainer arbeiten (es ist faszinierend, wie die Tiere einen spiegeln können). Aber keiner von denen kannte diese wunderbaren Weisheiten der Dakota-Indianer – übertragen aufs Projektmanagement :)

“Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, dann steig ab!”

1. Sie besorgen sich eine stärkere Peitsche.

2. Sie wechseln den Reiter.
3. Sie sagen: „So haben wir das Pferd schon immer geritten”.
4. Sie gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
5. Sie besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
6. Sie erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
7. Sie schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
8. Sie bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
9. Sie kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
10. Sie stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
11. Sie ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
12. Sie schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden.
13. Sie erklären: Kein Pferd kann so tot sein, dass wir es nicht mehr reiten können.
14. Sie erklären: Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.
15. Sie machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
16. Sie machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere Reiter gibt.
17. Sie machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere tote Pferde gibt.
18. Sie überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde.
19. Sie erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere tote Pferde.
20. Sie bilden einen Qualitätszirkel, um eine alternative Verwendung von toten Pferden zu finden.
21. Sie sagt eigentlich, dass man tote Pferde nicht reiten kann?
22. Sie lassen das Pferd schnellstens zertifizieren.
23. Sie richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
24. Sie vergrößern den Verantwortungsbereich für tote Pferde.
25. Sie entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde.
26. Sie frieren das Pferd ein und warten auf eine neue Technik, die es uns ermöglicht, tote Pferde zu reiten
27. Sie bilden einen Gebetskreis der unser Pferd gesund betet.
28. Sie erstellen eine Präsentation in der wir aufzeigen, was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.
29. Sie strukturieren um damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.
30. Sie stellen das tote Pferd bei jemand anderem in den Stall und behaupten, es sei seines, und außerdem war es schon immer so tot wie jetzt.
31. Sie stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand!
32. Sie ändern die Anforderung von “reiten” in “bewegen” und erteilen einen neuen Entwicklungsauftrag.
33. Sie sourcen das Pferd aus, denn wenn man das tote Pferd schon nicht reiten kann, dann kann es doch vielleicht wenigstens eine Kutsche ziehen.

Die Liste habe ich schon vor über einem Jahr im SYNAXON Wiki gepostet. Gerade begegnete sie mir hier wieder, ich musste grinsen und habe sie gleich mal übernommen.

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Können Journalisten von Einzelhändlern lernen?

Allgemein, Online Shops, Social Media on Juni 7th, 2010 2 Comments

Demandmedia ist ein Dienst, der Web-Content billigst erstellen läßt. Ein Ratgber-Posting á la “Wie binde ich eine Krawatte” bringt 15 Dollar oder ein kurzes Video 20$. Die Themen werden mit einem Algorhitmus danach ausgewählt, was gerade besonders nachgefragt wird.

Sogar automatisch generierte Sportberichte sind in der Mache, um Journalisten ganz weg zu rationalisieren. Genaueres dazu schrieb Meedia im März und die FTD nennt das Unternehmen “den Totengräber des Journalismus“.

Warum ich das mit Elektronikhändlern vergleiche? Weil ich einige Jahre in der Branche gearbeitet habe. Die im Meedia-Artikel beschriebenen Probleme erinnern mich stark an Händler, die durch Preissuchmaschinen und Onlineshops seit Jahren gezwungen sind, sich alternative Geschäftsmodelle und Herangehensweisen an Kunden zu überlegen, sowie neue Serviceleistungen zu entwickeln.

Schon sehr viel länger dran sind Plattenfirmen, die lange Zeit nicht verstehen wollen, dass sie ihr Geschäftsmodell überarbeiten müssen. Nicht nur wegen böser MP3-Sharing Plattformen. Sondern bsw. weil teure Studioaufenthalte wegfallen, weil in heutigen Home-Studios mit wenigen tausend Euro heute Aufnahmen gemacht werden können, die vor 15 Jahren noch Milionen Dollar Equipment vorausgesetzt hätten. Oder wegen dem Wegfall von Distributionswegen. Heute braucht eine Band um erfolgreich zu sein nunmal keine sündhaft teure Werbekampagne mehr (wenn sie bereit ist, sich auf Deutsch gesagt, den Allerwertesten abzuspielen).

Aber zurück zu den Journalisten und den billig produzierten Texten von Unternehmen wie Demandmedia. Die Nachfrage nach Ratgeber-Texten und Filmchen wird in den nächsten Jahren sicherlich weiter steigen. Die althergebrachten personifizierten “Ratgeber” wie Familie, Freunde, Nachbarn fallen immer mehr weg. Wir können uns doch alle noch an Zeiten erinnern, als man den Maurer oder Elektriker von nebenan bei Heimwerkerfragen um seine Meinung angehauen hat.

Heute fragt man entweder im Internet – oder bei OBI. Wenn es finanzielle Probleme gab, rief man bei der Oma an, die aushalf. Heute gibt es Kreditcommunities. Wenn die Probleme zu arg wurden, gab es einen gut gemeinten und Augen öffnenden Anschiss vom Onkel, der Unternehmer was. Heute bewirbt man sich bei der RTL Schulden-Gameshow und läßt sich von Peter Zwegat zusammenfalten.

Das sind aber auch alles Inhalte – bzw. Dienstleistungen, für die es nunmal keine top-ausgebildeten Journalisten braucht, sondern Menschen, die sich für das gefragte Thema begeistern oder alternativ einfach gerne anderen etwas erklären. Für die Frage nach “Wie koche ich ein perfektes Risotto” ist ein bloggender Hobbykoch, der sein Wissen kostenlos zur Verfügung stellt, fachlich geeigneter als ein Journalist und ein Niedriglohnschreiber weniger überqualifiziert. Blogs wie Lifehacker oder Webseiten wie WikiHow und instructables bieten seit jeher hochwertige Erklär-Bär Inhalte an und verbreiten sie kostenlos. Von Nischenbloggern, die als Experten über Ihr Fachgebiet schreiben ganz zu schweigen. Wenn ich Ratgeber Informationen zu welchem Thema auch immer haben möchte, werde ich im Web auch in der Regel fündig.

Den Elektronik- und Computerhändlern wird durch Onlineshops und Preisvergleiche die Grundlage zur Produktschau im Regal finanziert durch entsprechend hohe Verkaufs-Preise entzogen. Da muss man sich was neues einfallen lassen, wie man kaufende Kundschaft in den Laden kriegt, die bereit ist Preise zu zahlen, die höher als im Online-Shop sind. Alternativ geht man im Handel vor Ort auf ein ähnliches Preisniveau herunter und bietet Zusatz-Dienste an, die auf der physikalischen Anwesenheit basieren: Garantieleistungen, Sonderberatungen, Schulungen, persönliche Ansprache, Notdienste usw.

Genauso gibt es auch schon reichlich Journalisten dort draussen, die sich auf neue Wege zum Leser, Fan, Zuschauer einlassen. Eigentlich denke ich mir, sollten die Journalisten doch froh sein. Sie müssen sich nun nicht mehr mit dem Kleinkram aufhalten, sondern können sich um die wirklich wichtigen Themen kümmern:

* Nachrichten
* Investigationen
* Politik
* Wirtschaft
* Kultur

Habe ich da gerade jemanden murmeln gehört, das interessiert doch niemanden und läßt sich schwer verkaufen? Mein Verständnis von Journalismus ist, dass Ihr Geschichten und Sachverhalte erfasst, versteht, bewertet und danach Leser- und Zuschauerinnen erklärt. Und zwar interessant, spannend, witzig und verständlich. Wenn diese Aufgabe entsprechend erfüllt wird, dann läßt sich das Ergebnis auch verkaufen. Und Themen, die zunächst einmal nicht interessant genug sind, müssen entweder wegfallen oder querfinanziert werden. Oder an die Wünsche der Leser angepasst. Wenn Ihr Euch wundert, dass Billigcontent Euch den Rang abläuft… Pech würde ich sagen. Da hilft aber auch kein rumheulen, erzürnen oder klagen. Nur aufstehen, schütteln, weiter rödeln. Und seinen Job jeden Tag neu erfinden.

Eine interessante Parallele habe ich vorhin in einem Blogposting meines alten Chefs, SYNAXON CEO Frank Roebers festgestellt. Er beschreibt dort, wie Lokalisierungsdienste wie Foursquare und Gowalla dem stationären Handel und Gastronomen neue Kunden bringen und als einfache Kundenbindungsmaßnahme genutzt werden können.

Diese Dienste funktionieren so:

Mit meinem internetfähigen Handy, das meine genaue Position per Satellitenortung bestimmen kann, melde ich mich bsw. in meinem Foursquare-Profil an. Stehe ich in einem besonders guten Laden oder in einer schönen Gastronomie, teile ich der Foursquare Seite mit. dass ich mich tatsächlich grade physikalisch an diesem Ort befinde und kann noch diverse Bewertungen und Kommentare zu der Lokalität abgeben.

Im Prinzip ist das ganze so etwas wie die Bewertungen auf Google Maps. Nur in Echtzeit und mit mehr Dynamik. Denn mein Standort wird wenn ich das möchte, automatisch in andere Netzwerke und Dienste wir Facebook und Twitter weiter verteilt. So bekommt ein großer Teil meines Netzwerks zunächst mal mit, wo ich mich grade aufhalte und eine qualitative Bewertung, wie ich es dort finde. Sollte ich besonders oft bsw. in ein Cafè gehen erhält die Information auch noch eine quantitative Dimension und der Wirt könnte mein foursquare-Profil verfolgen und mir nach 10 Besuchen ein Getränk ausgeben.

Was hat das ganze mit Journalismus zu tun?

Ganz einfach: So wie sich die stationären Einzelhändler vom Online-Handel durch physikalische Präsenz vor Ort abheben können, haben auch Journalisten diverse Möglichkeiten, um persönliche Verbindungen zu Stammlesern aufzubauen und diese als Multiplikatoren zu nutzen. Ein Journalist kann dokumentieren, dass er tatsächlich vor Ort eines Nachrichtenschauplatzes war und seiner Geschichte dadurch mehr Glaubwürdigkeit verschaffen.

Nutzt der Journalist gezielt soziale Netzwerke, um seinen Lesern eine Anlaufstelle zu geben, ist es durchaus denkbar, dass sich der Autor dadurch eine echte Unabhängigkeit zu seinem Verlagshaus schafft und selber als “Marke” wahrgenommen wird. Die Person des Autors wird wichtiger, als das Medium, für das er arbeitet. Ich kaufe eine Robbie Williams CD ja auch nicht nur aus dem Grund, weil sie von EMI verlegt wird. Genau genommen ist es mir sogar relativ egal, welche Plattenfirma dahinter steht.
Vorteil für den Journalisten: Nachweisbare Leserschaft, die sich in Honorarverhandlungen sicherlich positiv auswirken dürfte.

Persönliche Beziehungen, Untermauerung der Glaubwürdigkeit und nachvollziehbare Hintergründe sind neben qualitativ  meiner Meinung nach die großen Vorteile, die professionelle Journalisten durch das Web gewinnen können. Und mit denen Sie sich von den Billigschreibern einer Demandmedia absetzen. Resultierend in Vertrauen, Sympathie und der Bereitschaft des Lesers, seine bevorzugten Autoren und Medien zu unterstützen.

Sei es durch den Kauf von Papier, Klicken von Werbung oder Weiterempfehlung von Inhalten und ganzen Medienseiten.

Oder stelle ich mir das mal wieder alles viel zu leicht vor? ;)

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Lernt man Führen nur durch Scheitern?

Coaching on Februar 25th, 2010 4 Comments

Diese Frage stellt Jochen Mai vom Blog Karrierebibel grade sich und seinen Lesern.

Witzig dabei ist, dass ich gerade heute ein sehr langes und intensives Gespräch über das Thema geführt habe. Wenn man sich mal anschaut, wie besonders erfolgreiche Menschen aufgewachsen sind: Arnold Schwarzenegger, Will Smith, Richard Branson – alle diese Menschen sind weder mit dem golden Löffel geboren, noch wurde ihnen Erfolg in die Wiege gelegt. Aber eins haben alle gemeinsam:

Ihnen wurde nie erzählt, zu scheitern wäre etwas negatives. Sie wurden immer bei ihren Vorhaben unterstützt und ermutigt. Sie haben die Möglichkeit des Scheiterns akzeptiert, haben sich davon aber nicht bremsen lassen. Geschweige denn Angst vorm Scheitern aufgebaut.

Aber: Letztendlich geht es bei diesen Beispielen um Geld, Ruhm, Erfogl im Sport etc. Das Beispiel, dass Jochen Mai von Karrierebibel  aus dem Film “The Core” anführt ist von einem ganz anderen Schlag und betrifft auch ganz andere Entscheidungen:

Zugegeben, der Film “The Core” entstand nicht gerade in einer der Sternstunden Hollywoods, aber er enthält eine denkwürdige Szene, über die es sich nachzudenken lohnt. In der besagten Einstellung unterhalten sich der erfahrener NASA-Pilot Robert Iverson (gespielt von Bruce Greenwood, hier nicht zu sehen) und seine junge, äußerst ehrgeizige Co-Pilotin Rebecca Childs (gespielt von Hilary Swank, rechts) über die neue Mission, die Childs unbedingt befehligen will. Doch Iverson ist anderer Meinung:

RI: “Sie können üben, solange Sie wollen. Das macht Sie noch lange nicht zum Commander…”

RC: “…woran Sie mich ständig erinnern.”

RI: “Wissen Sie, ich bezweifle ja, dass Sie darauf hören werden, aber ich versuch’s trotzdem: Bei der Führung geht es nicht um Fähigkeiten, sondern vielmehr um Verantwortung.”

RC: [ironisch] “Verstanden, Sir.”

RI: “Nein, haben Sie nicht, Major! Man ist nicht nur verantwortlich für die richtigen Entscheidungen, sondern auch für die schlechten. Das gehört nun mal zum Geschäft. Man muss bereit sein, beschissene Entscheidungen zu treffen.”

RC: “Wie kommen Sie darauf, dass es bei mir anders sein könnte?”

RI: “Weil Sie so gut sind. Ihnen ist noch nichts begegnet, womit Sie nicht fertig geworden sind. […] Es ist so, dass Sie ans Siegen gewöhnt sind. Und man kann erst dann wirklich führen, wenn man mal verloren hat.”

Zunächst mal sollten hier Entscheidungstypen unterschieden werden:

Entscheidungen über Geld vs. Entscheidungen über Menschen(-Leben)
kurzfristige Auswirkungen der Entscheidung vs. langfristige Auswirkungen der Entscheidung
selbstreferenzierte Entscheidungen vs. Entscheidungen, die andere betreffen

Meine Eingangsbeispiele erfolgreicher Menschen unterscheidet sich ganz erheblich von dem in Jochen Mais Filmzitat: Auf der einen Seite geht es wie gesagt um den eigenen Ruhm, den eigenen Erfolg, das eigene Geld. Also selbstbezogen, mit meist kurzfristigen Auswirkungen (ein Film ist ein mal Flop aber anspruchsvoll, der nächste wieder ein finanzieller Erfolg).

Auf der anderen Seite geht es um die richtige Entscheidung mit langfristigen Folgen für andere: Das Leben der Untergebenen, das Ende der Welt, alles was sich Hollywood in diesen konstruierten Filmsituationen, die erstmal ausweglos erscheinen, noch so an heroischem Material einfallen lässt.

Dann stellt Jochen die These auf: “Niederlagen sorgen dafür, dass Führungskräfte demütig werden vor dem Scheitern.”

Da muss ich schon die Frage stellen was ist hier mit Demut genau gemeint? Demut als das Gegenteil der Arroganz? Ok. Das kann ich unterschreiben. Demut im Sinne von “Dienstwilligkeit” oder “Der Demütige erkennt und akzeptiert aus freien Stücken, dass es etwas für ihn Unerreichbares, Höheres gibt.” (Wikipedia) ist im Bezug auf das Scheitern meiner Meinung nach unangebracht. Warum erkläre ich in zwei Absätzen.

Jochen kommt über diesen Weg dann wieder zu der Erkenntnis, die ich wieder absolut teilen kann: “Durch scheitern werden Führungskräfte verständnisvoller gegenüber der Imperfektion der Menschen im Allgemeinen und ihren Mitarbeitern im Besonderen.” Sie lassen also ihre Mitarbeiter das Scheitern im Zweifel erleben um zu zeigen, dass es danach weiter geht. Um Risikofreudigkeit  zu fördern. Oder aus dem Bauch heraus zu wissen, wann Scheitern weh tut und wann nicht. Scheitern ist nicht schlimm. Nur wer das Scheitern akzeptiert kann gute Entscheidungen treffen. Und um das Scheitern überhaupt beurteilen zu können, muss ein Mensch schon einmal ein Scheitern durchlebt haben.

So, wie es im Filmzitat auch gesagt wird.

Sei es, dass ein Projekt gescheitert ist. Eine Firma vor die Wand gesetzt, ein Auto zu Schrott gefahren wurde oder eine Beziehung gescheitert ist. Das einzige, was man aus dem Scheitern an Meta-Information mitnehmen sollte ist, die Angst vorm Scheitern zu verlieren, weil es gar nicht so schlimm ist. Die Angst vor dem Unbekannten nach dem Scheitern ist größer, als die Situation die tatsächlich eintritt.

Im Geschäfts- und Privatleben hat das auch alles Hand und Fuß. Jetzt kommen wir aber nochmal kurz zurück zu Menschen, die über andere Menschenleben entscheiden müssen. Das gibt es nicht nur im Film. Sondern auch im wirklichen Leben. Polizei, Piloten, Bundeswehr – um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.

Ich kenne Vertreter aller drei genannten Berufe und eines ist da ganz deutlich:

Ein sehr viel größerer Respekt vor der Entscheidung. Eine viel VIEL intensivere Vorbereitung der Entscheidung. Und zwar nicht, um sich hinter zu rechtfertigen und ein Scheitern mit “ich habe hier aber ALLE Kennzahlen erhoben und alle Stakeholder in den Prozess mit einbezogen” zu entschuldigen, wie es im Business gerne getan wird. Nein, um die Chance des Scheitern zu minimieren und das Risiko zu kalkulieren. Entscheidungen werden im Voraus gefällt (Canned Decisions) und aus den historischen Fehlern und vorliegenden Lageberichten eine Entscheidungsgrundlage geschaffen.

Zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen. Die eine sorgt im eher “unwichtigen” Bereich Geld/Ruhm für Erfolge durch Risikofreudigkeit und Herausstechen aus der Masse. Würde aber dort, wo es um Menschenleben und die Verantwortung für dieselben geht, Katastrophen verursachen.

Die Entscheidungsfindung von der militärischen geprägten Seite minimiert die Möglichkeit des Scheiterns und die zu erwartenden Verluste. Führt im Business aber eher zu verlangsamten Prozessen, Überdokumentation und durch Behäbigkeit der Organisation frustrierter Mitarbeiter.

Ursprünglich bedeutet “Zu scheitern werden” übrigens, wenn ein Schiff in Stücke bricht. Und da hat auch schon Herr von und zu Goethe festgestellt, daß sich aus dem Scheitern noch etwas “Positives” ergeben kann:

“So klammert sich der Schiffer endlich noch am Felsen fest, an dem er scheitern sollte.” (Johann Wolfgang von Goethe)

Je öfter jemand mit einem positiven Ergebnis gescheitert ist und die Konsequenzen akzeptiert hat, oder sogar etwas von anderen zum Scheitern verurteiltes Unterfangen erfolgreich gemeistert hat – desto mutiger wird dieser Jemand und lässt anderen (seinen Mitarbeitern, Kindern, Freunden) den Freiraum zum Ausprobieren.

Demut ist demnach in der Karriere eher fehl am Platze, auf einer Weltrettungsmission im Bohrfahrzeug “Virgil” auf dem Weg zum Mittelpunkt der Erde manchmal angebracht.

Zwei interessante Lesetipps, die mir beim recherchieren für dieses Posting gerade über den Weg gelaufen, bzw. wie eignefallen sind:

Lexikon des Überlebens – Handbuch für Krisenzeiten

Schwärmende Intelligenz in Gruppen (Daily Dueck 82, Januar 2009) – eine der Kolumnen meines Lieblings-Sachbuchautoren Gunter Dueck

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40 (+20) Gründe warum die Chefs der alten Schule gerne die Gelben Seiten benutzen

Social Media on Januar 25th, 2010 No Comments

Jeff Bullas hat ein köstliches Posting geschrieben, das ich hier gerne einmal übersetzen möchte.

Er hat mit einem Augenzwinkern einige Gründe und Fragen herausgearbeitet, die er aus den Reihen der “alten Schule von Managern und Geschäftsführern” bezüglich Social Media Engagement schon gehört hat und diese in Zusammenhang mit einem der ältesten Tools gebracht, die es im Verkaufsbereicht gibt – die “Gelben Seiten”.

Wie gesagt – augenzwinkernd. Keiner will Branchenbücher überflüssig machen, oder jemanden vorführen. Sondern vielmehr ein bisschen zum Schmunzeln und Nachdenken anregen.

1. In den “Gelben Seiten” kann man keine Kommentare schreiben
2. Die “Gelben Seiten” sind einfach zu bedienen (und man kann sie als Türstopper nehmen)
3. Sie sehen ganz gut im Bücherregal aus (und ich hab echt hübsche Bücherregale)
4. Was meinst Du mit E-Book?
5. Man kann sie wirklich hoch stapeln
6. Die Kinder können Pappmaché aus den alten Ausgaben machen
7. “Social” und “Community” sind nicht wirklich messbar
8. Das Buch ist groß und dick und bequem (wie meine Puschen)
9. Man sie recyclen (Versuch mal Bits and Bytes zu recyclen!)
10. Veränderung ist und bleibt ein böses Wort!
11. Es ist schwer zur Anzeigenverkäuferin der “Gelben Seiten” Nein zu sagen, sie is SO süß
12. Da sind nette Bilder drin (sogar hoher Qualität!)
13. Man kann schönes Geschäftsdeutsch in den “Gelben Seiten” benutzen
14. Es ist eine 100% sichere, einseitige Kommunikationsmöglichkeit
15. Wie alles werden sie irgendwann wieder in Mode kommen “Du wirst schon sehen, junger Mann”
16. Digital und Social Meida ist viel zu sehr eine Modeerscheinung und “Generation Y”
17. Ich werde langsam taub. Da kann ich nicht bei einem Webinar zuhören
18. Ich werde langsam blind. Die kleinen youtube Videos kann ich kaum noch erkennen
19. Die “Gelben Seiten” brauchen keine Batterien (wie mein Hörgerät)
20. Werbesendungen funktionieren seit 30 Jahren für uns
21. “Schau, ich kann unser Firmenlogo bald auch im Fernsehen sehen”-Einstellung
22. Als ich diese Firma gegründet habe, habe ich mit den “Gelben Seiten” und einem Telefon angefangen. Also mach Telefonkaltakquise
23. Was meinst Du mit Blog? Soll ich mir was auf einen Zettel schreiben?
24. Facebook ist doch nur was für Kinder und passt nicht in unsere Zielgruppe
25. Sie sind alt. (Entschuldigung. Erwachsen.)
26. Nach der Wirtschaftskrise ist konservativ wieder cool
27. Sie haben einen Desktop. Keinen Laptop.
28. Ein Tablet ist etwas, was sie vor dem zubettgehen nehmen
29. “Neu” bedeutet furchteinflössend. Ich bevorzuge unkomfortabel
30. Ein Auge schielt schon auf die Pension
31. Sie haben nur ein Auge
32. E-Mail ist doch sicher! (irgendwie.)
33. Was vor 10 Jahren funktioniert hat (im letzten Jahrhundert) funktioniert auch heute
34. “New Media” oder “Social Media” buchstabieren wird schon schwer
35. Google brabbeln höchstens Babies vor sich hin
36. Die Kapitalrendite von Social Media kann man nicht messen
37. An die Kosten von Ignoranzrendite hat noch niemand gedacht
38. “SEO? Was soll das heissen?”
39. “Wir können doch unseren Katalog nicht online zugägnlich machen. Unsere Wettbewerber würden uns doch Ideen klauen.” – Ach sach bloß. Das haben sie schon längst.
40. “Mobiles Marketing klingt gut – wo bewegen wir die mobilen Plakatwände hin?”

Ich glaube die Liste liesse sich noch belieig erweitern :) Zum Beispiel mit einigen Ideen aus den Kommentaren zu Jeffs Posting und einigen meiner eigenen Erfahrungen. Der eine oder andere Leser hat sicher auch noch eine Erweiterung der Liste zum besten zu geben ;)

41. Wie stellen wir denn sicher, dass die Newsletter nicht alle vom Verteilserver in den Müll geworfen werden?
42. Unser Zielgruppe liest niemals Blogs
43. Zum Blogbeiträge schreiben habe ich keine Zeit (Lieber versende ich 23 mal E-Mails mit identischem Inhalt)
44. Wieso sollte ich mit meinen Kunden denn reden?
45. Zuhören? Wass sollten die Kunden mir denn schon zu sagen haben?
46. Innovation? Unsere Produkte sind doch gut wie sie sind.
47. Wir können doch unsere Kunden nicht in den Entwicklungsprozess mit einbinden. Das wäre ja noch schöner.
48. Wir machen einfach sowas virales.
49. Schreiben Sie bitte Blogartikel zu diesem, jenen und dem Thema für mich
50. unsere Marketing-Strategie auf das 21. Jahrhundert auszurichten hat für uns noch keine Priorität
51. Ich verstehe nicht, wo da der Sinn für unsere Kunden ist
52. Es kann nicht besser sein als Klinkenputzen sonst würdest Du ja genauso viel oder mehr noch als meine Vertriebler verdienen
53. Das sind doch nur Tätigkeiten um Zeit zu verträdeln
54. Unsere Kunden benutzen dieses Social Media nicht
55. Wir arbeiten nur mit Geschäftskunden. Passt also leider nicht zu uns.
56. Was, wenn ein ehemaliger Angestellter schlechte Einträge über uns verbreitet?
57. Oder schlimmer: Was, wenn ein Wettbewerber etwas auf unsere Homepage schreibt???
58. Unsere Mitarbeiter können doch nicht für das Unternehmen sprechen!
59. Die Gelben Seiten haben jedenfalls Bestand und ändern sich nicht andauernd.

und schließloch dann doch:
60. Ich glaube, wir sollten vielleicht doch etwas mit diesem Web zwnazig machen.

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Ergonomische Steharbeitsplätze müssen nicht teuer sein

Produktivität und DGK on Januar 23rd, 2010 2 Comments

Als jemand der extrem viel am Rechner arbeitet bin ich natürlich für jeden Einfall dankbar, wie ich rückenschonender und entspannter arbeiten kann. Auf smashingmagazine.com fand ich eben einen link auf die Seite buildinternet.com mit wertvollen Tips.

Da fehlt mir allerdings eines: Die Möglichkeit während der Arbeit zu stehen. Hin und wieder muss das einfach sein, um meinen Rücken zu entlasten und etwas zusätzliche Bewegung zu verschaffen.

Und ein Stehpult / Steharbeitsplatu muss nichtmal teuer sein. 10 Euro in einen IKEA LACK Tisch sind gut investiertes Geld für die Gesundheit des Rückens. Den Lack stelle ich mir einfach auf jeden beliebigen Schreibtisch und habe die (zumidnest für mich) perfekte Stehhöhe. Die Arbeitsfläche von 60x60cm reicht dabei für meine Ansprüche vollkommen aus.

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Bei der Arbeit mit dem Notebook kann ich flexibel innerhalb von wenigen Sekunden zwischen stehender und sitzender Position wechseln.

Mit einem Desktop-Rechner mit externem Monitor und Verkabelung ist es allerdings etwas mehr Aufwand. Aber auch hier läßt sich der Rechner auf dem Tisch platzieren und die Peripherie relativ fix auf den Zusatz-Tisch hiefen.

Ein paar gute Tips in deutscher Sprache gibt es sonst noch bei business-wissen.de, netzwelt und styleranking sorgt auch noch dafür, dass Ergonomie gut aussieht ;)

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Telefon vs. Social Media @thlang @jkrisch

Social Media on Januar 15th, 2010 No Comments

Der Schweizer Blogger Marcel Bernet hat auf der LeWeb Richard Binhammer (Leiter Public Affairs bei DELL) interviewt. Das Eingangszitat

Für die Benutzung des Telefons setzt niemand eine eigene Abteilung ein. Genau so muss es sein für Social Media: Das ist einfach ein Bestandteil der täglichen Arbeit.

haben unter anderem Thomas Lang, Jochen Krisch und dann ich getwittert.

internet-phone.jpg

Auf meiner Facebook Pinnwand kamen zu dem Tweet dann einige interessante Kommentare (danke Jungs!) via Facebook, die mir dann doch keine keine Ruhe und mich ausführlicher nachdenken gelassen haben:

Sebastian Baumer Äh. Die eigene Abteilung für die Benutzung des Telefons heißt Sekretärin. Also ich würd da nicht jeden dran gehen lassen (mich nicht). Also ans Telefon. Mi um 22:39 · 

Alexander Lohr Viele Unternehmen die professionell Kunden über das Telefon erreichen wollen nennen die entsprechenenden Abteilungen Call Center. ;) Mi um 22:56 · 

Jan Westerbarkey Biete Telefonzentrale an…. die twittert übrigens :-)) Gestern um 21:27

Interessante Gedanken. Aber werden hier nicht Äpfel mit Birnen verglichen? Beziehungsweise Kommunikationsmittel (Telefon und Social Media) mit Kommunikationsaufgaben:

Über das Telefon wird letzten Endes nur Sprache übertragen. Über Social Media etwas mehr: gesprochene Sprache, Texte, Bilder, Videos. Es sind also Werkzeuge zur Kommunikation.

In den o.g. “Abteilungen für das Telefon” werden bestimmte Aufgaben mit diesem Werkzeug erledigt.

Call Center

  • Kundengewinnung
  • Kundenservice
  • Kundenberatung
  • Eskalation und Relevanzfilter
  • Auftragsannahme
  • zentrale Bündelung bestimmter Anfragen
  • Informationsverteilung

Sekretärin

  • Terminverwaltung
  • Kommunikationsfilter
  • Relevanzbewertung von Informationen
  • Planungsaufgaben
  • Arbeitsaufträge verteilen
  • Informationsumwandlung (Telefonisches Memo in Dokument umwandeln)

Telefonzentrale

  • Kommunikationsverteilung
  • Relevanz-Filter
  • oft auch Empfangsaufgaben

Diese Auslagerung von Kommunikationstätigleiten kann unterschiedliche Gründe haben:

  • Arbeitsorganisation
  • 24/7 Erreichbarkeit
  • Kostenersparnis durch Niedriglohnländer
  • Entlastung von Führungskräften
  • etc

Was Richard Binhammer und damit das Zitat ja meint ist: Social Media sollte als Kommunikationswerkzeug genauso in den Unternehmensalltag integriert werden, wie das Telefon, E-Mail oder Zettel und Stift. Für die unterschiedlichsten Aufgaben.

Klar hat er da leicht reden. DELL startete schließlich selbst vor gut 3 Jahren mit einer eigenen Social Media Abteilung von der aus sich die neuen Methoden immer weiter ins Unternehmen verbreiteten.

Die besondere Herausforderung gegenüber Telefon, E-Mail und anderen Werkzeugen ist natürlich, dass wir es hier mit einer ganzen Palette an Tools zu tun haben, die sich zudem noch ständig verändern. Manche verschwinden ganz, werden durch neue ersetzt usw.

Bernet schließt sein Posting mit der Erkenntnis:

Die meisten Unternehmen und Organisationen stehen noch am Anfang dieser Lernkurve. Und viele werden bezüglich Social Media gar nie so weit gehen, wie es für das Geschäftsmodell von Dell Sinn macht.

Das heißt eine “Social Media Abteilung” ist nicht unbedingt von Nöten. Wohl aber eine Abteilung Unternehmenskommunikation, die nicht nur für die Tätigkeit des Versendens von Pressemitteilungen übernimmt, sondern alle anfallenden Konversationsaufgaben und -Kanäle prüft, Werkzeuge bewertet und Prozesse optimiert und Social Media nicht nur zum schnellen Rausfeuern von Produktwerbung via RSS-Feed verwendet.

Also: Zuhören, Lernen, Mitmachen

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